16.04-22.04.2018: Seminar in Oslo
Das letzte Seminar mit allen Norwegen-Freiwilligen... Es hat schon einen echt komischen Nachklang.
Wieder einmal ging es in die Hauptstadt Oslo und in die Hütte in der wir auch auf unserem ersten Seminar waren. So schließt sich der Kreis. Es war echt schön wieder mit allen zusammen in dem etwas abgelegen Stadtteil Nesodden zu sein, wieder so einiges zu lernen und sich über die vergangenen Wochen auszutauschen.
Ich werde euch Tag für Tag mitnehmen und euch erzählen, was wir denn dieses Mal in Oslo alles erlebt haben. :)
MONTAGS ging unser Flug nach Oslo wie schon gewohnt um 06:30 morgens, weshalb wir schon um 05:00 Uhr auf den Beinen waren. Allerdings fühlt es sich mittlerweile gar nicht mehr so früh an, da die Sonne sich mittlerweile langsam schon um 04:00 zeigt. Ich bin wirklich auf die Mitternachtssonne gespannt!
Wir sind zum Flughafen gefahren, los geflogen und sind dann um ca. 8:00 in Oslo angekommen. Dort haben wir dann aber noch 2 Stunden auf unseren Mitfreiwilligen Samuel aus Alta gewartet und sind dann gemeinsam nach Skaug gefahren. Nachdem alle endlich in dem Haus in Skaug angekommen waren, haben wir abends einfach noch ein bisschen geplaudert und die Zeit zusammen genossen.
DIENSTAGS sind wir zu der Rønningen Folkehøgskole gegangen und haben uns mit der halben (einige hatten wohl keine Lust und andere waren wohl krank...) Politik/Geschichtsklasse getroffen, da wir zusammen morgen einen gemeinsamen Workshop haben werden. Die Leute waren eigentlich echt nett aber es war trotzdem irgendwie ein bisschen awkward...Naja, mal sehen wie es morgen wird. :)
MITTWOCHS ging es morgens erst zu Grini, einem ehemaligen Frauengefängnis und zur Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde es hauptsächlich für politische Häftlinge benutzt. Viele bezeichnen es auch als KZ, da es von dem strukturierten Aufbau her anderen KZ's ähnelt. Allerdings gab es keine Krematorien und man kann es nicht mit zum Beispiel Auschwitz gleich stellen.
Dieses Gebäude wird heutzutage wieder als Gefängnis gebraucht (was sicherlich als Insasse auch ein komisches Gefühl sein muss) und sind in die kleine Ausstellung neben dem Hauptgebäude gegangen. Hier war ein Raum nachgebaut wie es damals in den Baracken aussah und darin lag auch ein Buch mit den Namen aller Insassen, deren Inhaftierungsdatum, der Grund der Inhaftierung und bei einigen auch der Todestag (schön strukturiert und ordentlich wie die Deutschen bekannt sind...). Das fand ich besonders ausdrucksstark. Bei vielen Stand der Grund: "Erstellen von Zeitung" und bei anderen einfach nur das eine Wort, was ihr Leben verändert und meistens auch leider beendet hat "Jude".
Danach ging es dann zu dem Workshop in die Villa Grande, wo wir uns größtenteils über die unterschiedliche Darstellung und Wahrnehmung des zweiten Weltkrieges in zum Beispiel Filmen etc. unterhalten haben, was mal wirklich ein anderer Blick auf die Geschichte war und für Leute, die sich etwas mehr damit befasst haben mal wieder neue Fragen aufwirft.
DONNERSTAGS hatten wir den Tag über Judentum und haben uns auf die kommenden Tage etwas thematisch vorbereitet, da wir morgen in das Jüdische Museum und übermorgen in die Synagoge gehen.
FREITAGS hatten wir morgens als erstes ein Zeitzeugengespräch mit Christine M., die uns sehr anschaulich und mitreißend über die Nachkriegszeit erzählt hat und wir waren alle sehr überrascht, als sie uns gesagt hat, dass sie das das erste Mal gemacht hat! Danach sind wir noch in das Jüdische Museum gegangen, in dem ich mir wegen zu wenig Zeit leider nicht alles anschauen konnte. Allerdings fand ich besonders die Abteilung über die Fluchten und Schicksale ganzer Familien wirklich eindrucksvoll.
SAMSTAGS war dann auch schon der letzte gemeinsame Tag mit allen zusammen. Als erstes sind wir in die Synagoge gegangen und haben dort sogar eine Bar Mitzva miterlebt. Es war schon mal ganz interessant Teil einer wirklich anderen Religion zu sein und zu sehen wir der Gottesdienst im Judentum abläuft, aber ich muss gestehen, dass es doch recht anstrengend war mehr als zwei Stunden bei etwas teilzunehmen, was man sprachlich einfach absolut nicht versteht.
Abends haben ein paar von uns dann noch gegrillt und das Seminar ausklingen lassen ( habe ein neues Lieblingsgetränk gefunden: Somersby Holunder Cider!).
SONNTAGS ging es dann wieder zurück und die wirklich letzte Zeit in Nord-Norwegen begann.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen